09.06.2010 | CRV-Camp - Premiere im Salzburger Land



Zwei Adjektive treffen auf das vergangene CRV‐Wochenende so gar nicht zu trocken und langweilig.

Im Gegenteil:

Es wurde uns jede Menge Abwechslung geboten und – wie es sich für ein Rudervereins‐Camp gehört ‐ es war fast immer Wasser dabei. Auf Initiative unsere Bootswartes Uwe Fasig ging es an Christi Himmelfahrt für zwanzig Vereinsmitglieder und einigen Nochnichtmitgliedern nach Österreich, genauergesagt nach Zell am Moos ins Salzburger Land. Aufgerufen worden war zum 1. CRV‐Camp mit wahlweise Citytour, Relaxen und Verwöhnen lassen oder Canyoning, Rafting, Vertikal (Bergtour). Zielpunkt unserer Reise und Ausgangspunkt für unsere Touren war das Hotel Dorferwirt, wunderschön gelegen am Ufer des Irrsees.

Mit einem herzlichen Grüß Gott! des Hausherren Mathias Radauer wurden wir bei unserer Ankunft am Irrsee begrüßt und zu unserer Freude erwartete uns Christine Radauer mit einem großzügigen Abendessen. Das gute Essen von Christine Radauer und der zünftige Humor ihres Mannes sollten während der folgenden 3 Tage noch so manch verfrorenes Gemüt wieder erwärmen können. Frisch am reichhaltigen Frühstücksbuffet gestärkt, ging es am nächsten Morgen auf zum 1. Teil des CRV‐Programms, dem Canyoning, und als Alternativprogramm für einige zu einer Radtour am Chiemsee.

Der Großteil der Gruppe entschied sich für eine Canyoning‐Tour im Almbachtal bei Hallein. Auf dem Weg durch das Tal konnte hier jeder nach Lust und Laune schluchteln, also springen, rutschen, schwimmen –natürlich erst nach einer Einweisung und unter dem erfahrenen Blick unserer beiden Guides Mara und Tom. Angefangen bei 3 Meter hohen Sprüngen steigerten wir uns kontinuierlich – die ganz Unerschrockenen unter uns sprangen schließlich sogar aus 11 Metern (!) Höhe von Felsvorsprüngen ins das kalte Almbachwasser.

Die Canyoning‐Strecke bot außer Sprüngen auch Felsrutschen, die wir mehr oder weniger elegant herunterflutschten. Schon gut, dass alle in Neoprenanzügen und Schwimmwesten steckten und Helme trugen – so hatten wir Schutz vor Fels und vor Kälte. In der Theorie! In der Praxis sah das leider etwas anders aus; bei 8°C Außen‐/Wassertemperatur war nach 2.5 Stunden schon alles an uns nass und kalt – das Gute daran: Der Regen machte uns nicht nasser.

Wir freuten uns danach einfach auf eine heiße Dusche, trockene Kleider und das Abendessen. Dies bestand immer aus Suppe, Hauptgang und Nachtisch und wir durften am Frühstückstisch zwischen verschiedenen Essen wählen!

Mit dem Wissen um das gute abendliche Essen fiel es uns nicht schwer, am zweiten Tag zu einer Bergtour rund um die Langbathseen hinauf in Richtung Brunnkogel (1708 m) zu starten, diesmal mit der kompletten Gruppe! Ein ursprünglich für den Auftrieb von Schafen in den Fels geschlagener Klettersteig hielt sich erst gut versteckt, sodass wir den ersten Aufstiegsversuch abbrechen mussten.

Der zweite Versuch aber führte uns schließlich hoch zur Schafalm, die einen imposanten Ausblick auf die im Tal liegenden Seen gewährte.Nach 1004 überwundenen Höhenmetern zog es uns an Tag 3 wieder zurück zum Wasser – bis auf zwei von uns, die sich für die Citytour entschieden und einen Tag im schönen Salzburg verbrachten.

Für die anderen hieß es:

Paddel statt Skulls und Schlauchboot statt Rollsitz! Es ging zu einer Rafting‐Tour (von engl. raft (Floß)) auf der Lammer/Vogelauer Schlucht. Ein Zwischenstopp am Wasserfall Lammeröfen ermöglichte uns einen Einblick in eine 60 Meter tiefe Schlucht, die die Wassermassen eines abschmelzenden Gletschers vor Jahrtausenden in den Fels gefressen haben. Den frostigen Temperaturen und dem Regen zum Trotz wagte unsere Klippenspringerfraktion noch den krönenden 12 Meter Canyoningsprung in die Fluten der Lammerschlucht. Respekt dafür! (An diesem Punkt entstand das Bild oben) Wir anderen bevorzugten den Abstieg über Land, auch wenn wir als mittlerweile erfahrene Schluchtler gelernt hatten, dass der Weg über Land meist gefährlicher ist als der gezielte Sprung ins Wasser (Abrutschgefahr!)

Zurück im Boot brachten wir unsere Übungsfahrt zu Ende und trafen bei unserer zweiten Fahrt auf eine Gruppe angehender Rafting‐Lehrer. Man kann nicht sagen, dass wir sie herausgefordert hätten, aber wir haben ihnen an der schwierigsten Passage freundlicherweise Vorfahrt gewährt und so kam es, dass deren Boot dort kenterte und nicht das der erfahrenen Ruderer.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir abgesehen von viel Natur und Bewegung jede Menge Spaß hatten und die Vorzüge einer heißen Dusche wieder ganz neu schätzen lernten.

Danke den Organisatoren und auf das nächste CRV‐Camp im Jahr 2011!

Bärbel Lorenz